Kulturelle Highlights in Katar

Kulturelle Highlights

Hier finden Sie eine umfangreiche Auswahl an Museen, Orten und Galerien

Museum of Islamic Art

Das Museum of Islamic Art (MIA) beherbergt die größte Sammlung islamischer Kunst der Welt. Das Museum hat wesentlich dazu beigetragen, Katar zu einer der kulturellen Hauptstädte des Mittleren Ostens zu machen.

Das Museum mit einer Grundfläche von rund 260.000 Quadratmetern beherbergt große Teile der umfangreichen Kunstsammlung der Emire von Katar. Sie besteht aus Keramiken, Textilien, historischen Artefakten und Waffen sowie Büchern und Dokumenten aus mehr als 1.000 Jahren islamischer Geschichte. Die Kunstgegenstände stammen aus der arabisch geprägten Welt des Mittelalters von Spanien im Westen bis nach Indien und Zentralasien.

Das Museum wurde vom amerikanischen Star-Architekten I.M. Pei entworfen. Der außerordentlich gelungene Bau, der die orientalische Architektur aufnimmt und doch von der ganz unverkennbar kühnen, avantgardistischen Formensprache von Pei geprägt ist, liegt in einer sehr schönen Parkanlage am Hafen von Doha. Vom inneren des Museums – gleichsam aus der Geschichte heraus – schaut man durch eine riesige Glasfront auf die Moderne: Gegenüber, jenseits der Bay, baut sich die Skyline des Business Districts der West Bay auf. Das Museums-Café mit dem „one million Dollar view“ ist zu einem beliebten Treffpunkt in Doha geworden.

Einmal im Monat spielen Musiker des Qatar Philharmonic Orchestra in der großen Halle des Museums in kleiner Besetzung klassische Musik. Erfreulicherweise kommen zu diesen Konzerten auch zunehmend katarische Familien, denen westliche Musik freilich sehr speziell vorkommen wird.

Die einzigartigen Sammlungen, seine außergewöhnlichen Ausstellungen und Veranstaltungen sowie die spektakuläre Architektur machen einen Besuch des Museum of Islamic Art zur Pflicht für jeden kulturbeflissenen Besucher von Doha. Der Museumsshop bietet zudem hochwertige Kunstprodukte und Replika alter Kunst, die sich hervorragend als Mitbringsel eignen.

Auf dem Gelände des MIA befindet sich außerdem eine moderne kubusartige Ausstellungshalle für moderne Kunst und Kunstprojekte, die Al Riwaq Galerie. Hier wurde in wechselnden Ausstellungen aktuelle, provokante Kunst ausgestellt, u.a. von Damien Hirst, Takashi Murakami oder Dia Al-Azzawi. Die Al Riwaq-Galerie beherbergte auch die große Ausstellung „German Design“ im Rahmen des Deutsch-Katarischen Kulturjahres 2017.

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MATHAF

Das Mathaf (Arab Museum of Modern Art) ist ein Museum für moderne zeitgenössische Kunst mit einem Schwerpunkt für aktuelle künstlerische Positionen aus dem arabischen Raum.

Der Bau, der 2010 eröffnet wurde, umfasst eine Ausstellungsfläche von etwa 5.500 Quadratmetern auf zwei Stockwerken. Das Museum wurde in ein vorhandenes leerstehendes Schulgebäude integriert und liegt etwas außerhalb vom Zentrum Dohas in „Education City“. Zum Komplex gehören auch eine Forschungsbibliothek, ein Café und ein Museumsshop.

Ausgangspunkt der heutigen Sammlung war eine private Sammlung mit 6.000 Werken moderner arabischer Kunst von Hassan bin Mohamed bin Ali Al Thani. Heute beherbergt das Mathaf (das auch das arabische Wort für Museum ist) mehr als 9.000 Arbeiten und ist somit nicht nur das erste, sondern auch das bedeutendste seiner Art in der Region.

Das Museum zeigt ständig wechselnde Arbeiten aus der Sammlung des Hauses und zum anderen aktuelle Werke international anerkannter moderner Künstler aus anderen Kulturkreisen.

Die Auseinandersetzung mit der modernen Kunst soll erklärtermaßen Gespräche über soziale und politische Themen der Geschichte und dem gegenwärtigen Leben in Katar, dem Mittleren Osten und der arabischen Welt fördern. Das Mathaf gehört zur Qatar Museums, einer Institution, die von Sheikha Al Mayassa Al Thani, der Schwester des regierenden Emirs geleitet wird. Sheikha Al Mayassa gehört zu den bedeutendsten Kunstsammlerinnen der Gegenwart; sie wird gelegentlich auch als „die Medici der Gegenwart“ bezeichnet. Nach ihren Vorstellungen soll das Mathaf als zentraler und wichtiger Anziehungsort und Forschungszentrum für die moderne Kunst der gesamten arabischen Welt dienen. Mathaf hat sich mittlerweile zu einem zentralen Bestandteil der Kulturlandschaft in der Golfregion entwickelt.

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Fire Station

Die Doha Fire Station wurde ursprünglich als Gebäude für die Feuerwehr gebaut. Nach aufwendigem Umbau und Modernisierung dient sie seit 2012 als Ausstellungsplatz und Plattform für die junge Kunstszene Katars. Aber auch bedeutende Ausstellungen und ein vielseitiges Angebot für die kunstinteressierten Bewohner von Katar charakterisieren diesen spannenden Kulturplatz mitten in Doha. Das Gebäude liegt etwas oberhalb auf einer Anhöhe zwischen der Altstadt und der West Bay und eröffnet einen herrlichen Blick auf die Stadt.

Die Fire Station bietet katarischen und nicht-katarischen (in Doha ansässigen) Nachwuchskünstlern die Möglichkeit, sich für ein neunmonatiges „Artist in Residence Program“ zu bewerben, um dort an einem Projekt ihrer Wahl zu arbeiten.

Die Fire Station bietet den Künstlern während dieser Zeit neben den Räumlichkeiten auch Produktionsunterstützung, Mentoring und kuratorische Unterstützung. Nach Abschluss der Residency werden der Öffentlichkeit in einem 700 Quadratmeter großen Ausstellungsraum, der Garage Gallery, die entstandenen Arbeiten in einer jährlichen „Artists in Residence“ (AIR) Ausstellung präsentiert.

Ziel der Initiative von Qatar Museums ist neben der Förderung und der Wertschätzung von Kunst im Herzen von Doha auch der multikulturelle Aspekt:  Menschen unterschiedlichster Herkunft können hier ihre Ideen entfalten, mit Gleichgesinnten zusammenkommen und gemeinsam künstlerische und soziale Erfahrungen sammeln.

Die Fire Station bietet zudem zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten rund um die Kunst. Dazu gehören Atelierbesichtigungen, Filme oder Kurse zu sehr unterschiedlichen Themen.

Eine überregionale Bekanntheit erarbeitete sich die Fire Station durch regelmäßig wiederkehrenden Ausstellungen von Künstlern auch internationaler Bedeutung.

Besucher können sich im Café #999 oder am Truck #999, dem zweitältesten Feuerwehrwagen Dohas, ausruhen und kulinarischen Genüssen nachgehen. Künstlermaterialien und Bücher stehen im Cass Art Shop direkt nebenan zum Verkauf.

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Qatar National Museum

Das neue Nationalmuseum Katars ist ein Meisterwerk der Architektur: Grundidee hinter dem Entwurf des französischen Architekten und Pritzker-Preisträgers Jean Nouvel sind die komplexen, rosettenartigen Strukturen der sogenannten Sandrosen – bizarre Strukturen, die sich in der Wüste bei der Verdunstungskristallisation von Gips bilden. Aus diesem Motiv der „Desert Rose“ wurde ein Gebäudekomplex entwickelt, der in der Grundfläche ca. 400 mal 250 Meter misst und dabei eine Höhe von bis zu 40 Metern erreicht. Das Gebäude selbst setzt sich aus 600 verschiedenen diskusförmigen Elementen zusammen, die miteinander verschnitten sind.

Das Museum steht genau dort, wo im 20. Jahrhundert der Palast des regierenden Scheichs stand, in dem er auch mit seiner Familie lebte und von dort aus 25 Jahre lang als Staatsoberhaupt fungierte. Das Museum, das wegen seiner extrem anspruchsvollen Struktur seit Jahren im Bau ist, soll 2018 eröffnet werden.

Katar ist „a nation in the making“ – ein sehr junger Staat, der seine Identität gerade ausprägt und dabei auch in seine eigene Geschichte zurückschaut. Den künftigen Besuchern soll das kulturelle Erbe des Emirats und seiner Einwohner nähergebracht werden und so eine Brücke zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft schlagen. Das Nationalmuseum richtet sich an die Einheimischen ebenso wie an die touristischen und längere Zeit dort arbeitenden Gäste des Landes. Die Besucher werden sich über die beduinischen Vorfahren der Kataris, die Entstehung früher Städte sowie über die in kürzester Zeit vollzogene Modernisierung der katarischen Gesellschaft informieren können. Ausstellungen werden historische Objekte präsentieren, die zeitgenössischen Einflüsse dokumentieren und somit einen Dialog über die Auswirkungen des schnellen Wandels auf eine ursprünglich sehr konservativ geprägten Gesellschaft ermöglichen.

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Katara Cultural Village

Das Katara Cultural Village ist das kulturelle Zentrum Dohas. Es wurde von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, dem Vater des heutigen Emirs ins Leben gerufen. Es ist das größte multidimensionale Kulturprojekt des Landes und erstreckt sich über ein Areal von ca. 100 Hektar. Es wurde in traditioneller Bauweise erbaut liegt zwischen der West Bay Area und The Pearl direkt am Meer.

  • Das Amphitheater, welches das Zentrum von Katara bildet. Seine Architektur entspricht der eines klassischen Amphitheaters und bietet mit 5.000 Sitzplätzen sehr viel Platz für große Konzert- und Theaterveranstaltungen von Weltrang. Klassische Musik wird ebenso gegeben wie Rock.
  • Das Opernhaus – hier ist das Qatar Philharmonic Orchestra zu Hause. Architektonisch verbindet das Opernhaus die Moderne mit traditionellem islamischen Design, ein Ort an dem einige der bekanntesten internationalen Künstler auftreten.
  • Das Qatar Philharmonic Orchestra wurde 2007 von Sheikha Mozah Bint Nasser Al-Missned, der Mutter des jetzigen Emirs, gegründet und hatte sein Einweihungskonzert im Oktober 2008. Ihm gehören 101 erfahrene Musiker aus aller Welt an.
  • Das Qatar Philharmonic Orchestra, das seit vielen Jahren von dem renommierten deutschen Direktor Kurt Meister geleitet wird, bietet in seinem Stammsitz im Katara Opera House durchschnittlich 40 verschiedene Programme pro Jahr.          
  • Das Theater – mit beeindruckender Echtheit wird hier der Eindruck eines Open-Air-Theaters vermittelt. Filmkunst und Theater sind die vorrangigen Themen, aber auch eine Vielzahl anderer Veranstaltungen haben hier ihren Platz.
  • Die Kunst- und Ausstellungshallen mit mehreren Galerien und Clubs. In Katara gibt es mehrere Galerien und Locations für Veranstaltungen aller Art. Insbesondere wegen der dort stattfindenden Kunstausstellungen profiliert sich Katara Cultural Village als Hotspot in der Region und darüber hinaus.
  • Das Doha Film Institut (DFI) hat sich in den rund zehn Jahren seiner Existenz einen festen Platz in der cineastischen Szene – nicht nur des Nahen Ostens – erobert. Ursprünglich hat es mit dem New Yorker Tribeca Festival kooperiert. Seit einigen Jahren jedoch findet es seinen eigenen Weg, indem es daran arbeitet, der arabischen Kultur im Film einen angemessenen Platz zu erkämpfen, der frei von Klischees und Vorurteilen ist. Das DFI produziert und finanziert auch Filme aus eigener Produktion. Ein jährliches Filmfestival zieht mittlerweile tausende Besucher auch aus dem Ausland an.
  • Die Katara Moschee mit den beiden nebenstehenden Pigeon Towers ist ein Kunstwerk islamischer Architektur, Ornamentik und Verzierung.
  • Die Goldene Moschee, eine im ottomanischen Stil erbaute Moschee, beeindruckt durch ihren goldenen Glanz: Die Außenwände sind mit extrem kleinen goldenen Mosaiken versehen.
  • Die Katara Gärten. Diese Gärten sind von beeindruckender Schö Auf über 30.000 Quadratmeter laden künstlerisch angeordnete Gärten mit den verschiedensten Pflanzen aus den Kontinenten zu einem Verweilen im Grünen ein. Ohne künstliche Bewässerung würde hier natürlich kaum etwas wachsen.
  • Auf dem Gelände von Katara ist auch eine Falknerei angesiedelt.
  • Mehrere Restaurants und Cafés bieten ausgezeichnete Küche und laden zum Entspannen in künstlerisch anspruchsvoller Umgebung ein. Das dortige Fischrestaurant ist eines der beliebtesten der Stadt; die Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten auf Eis, die man sich am Buffet für seine Mahlzeit selbst zusammenstellt, sucht in der Golfregion ihresgleichen.

Katara wird seinem Anspruch, ein hochwertiger und spannender Ort der Kultur zu sein, voll umfänglich gerecht. Das Programm mit Konzerten, Veranstaltungen, Performances, Ausstellungen sowie internationalen und regionalen Festivals ist abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll. Da in Katar nur etwa fünf Prozent der Einwohner einheimische Kataris sind, ist Katara auch ein Ort, an dem sich Menschen aus der ganzen Welt durch den Austausch von Kunst und Kultur nahekommen.

Gleichzeitig ist Katara auch ein Platz für katarische Traditionen. Der Name „Katara“ findet sich übrigens auf einer historischen Landkarte und ist einer der ersten Belege für die frühe Existenz von Leben und Kultur auf dieser kleinen Halbinsel im Golf.

Auch das Entertainment hat hier seinen Platz: Die Bucht von Katara säumt ein öffentlicher 1,5 Kilometer langer Strand mit einem reichhaltigen Wassersportangebot: Angeboten werden Kajak- und Kanufahrten, Wasserski, Wakeboarding, Katamaran-Segeln, Parasaling, Bananaboat- und Dhow-Fahrten sowie Jetski, um nur einige Beispiele zu nennen.

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Al Zubarah Fort und Al Zubarah Stadt

Etwa 100 km außerhalb von Doha, an der Nordwestküste Katars liegt das aufwendig restaurierte Fort Al Zubarah sowie eine 60 Hektar große Ausgrabungsstätte im Umland. Dieses Gebiet ist eines der besterhaltenen Beispiele für historische Ansiedlungen am Arabischen Golf. 2013 wurde die Kulturstätte von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Die Küstenstadt Al Zubarah erblühte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert als Perlen- und Handelszentrum wegen seiner Handelsbeziehungen bis tief hinein in die arabische Halbinsel und über den Indischen Ozean bis nach Westasien. Die archäologischen Funde der Kleinstadt mit ihren damaligen Palästen, Moscheen, Hofhäusern und Fischerhütten sind ein gut erhaltenes Zeugnis für die urbane Handels- und Perlentauchertradition. Der Handel stützte die wichtigsten Küstenstädte der Region und führte zur Entwicklung kleiner unabhängiger Staaten, die außerhalb der Kontrolle der Osmanischen, Europäischen und Persischen Reiche lagen und die schließlich zur Entstehung der heutigen Golfstaaten führte.

Al Zubarah Stadt bietet einen wichtigen Einblick in das städtische Leben und die soziale und wirtschaftliche Geschichte des Golfs vor der Entdeckung von Öl und Gas im 20. Jahrhundert.

Das Al Zubarah Fort liegt direkt an der Ausgrabungsstätte der Stadt Zubarah, hat jedoch mit ihr unmittelbar keine Beziehung. Es wurde erst 1938 von Sheikh Abdullah bin Jassim Al Thani errichtet und diente ursprünglich als Sitz für die Küstenwache und als Polizeistation. Später wurde es zu einem Museum umgebaut und zeigt heute verschiedene Ausstellungen und auch archäologische Funde.

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Al Wakrah Heritage Village

Al Wakarah Heritage Village ist ein neues, aber im traditionellen katarischen Stil wiederaufgebautes Dorf in der Stadt Al Wakrah. Al Wakrah selbst ist ein ehemaliges Fischerei- und Perlentaucherzentrum südlich von Doha. In der Hafenanlage sind noch heute alte Handwerksbetriebe zu finden, die Dhows nach alten Plänen bauen.

Das neue Heritage Village umfasst den Al Wakrah Souq, der sich über eine Länge von drei Kilometer entlang der Stadt erstreckt und eine schöne Promenade, die Al Wakrah Corniche, auf der man herrlich entlang spazieren kann. Das Dorf wurde nach siebenjähriger Bauzeit im Dezember 2014 eröffnet. Im Al Wakrah Heritage Village finden Sie eine schöne Moschee, mehr als hundert Geschäfte für traditionelles Handwerk sowie mehrere Restaurants.

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 Film City und Mystery Valley

Im Nordwesten von Katar liegen zwei lohnenswerte Ziele für einen Ausflug: Die „Film City“, eine im maurischen Stil erbaute kleine Stadt und das „Mystery Valley,“ eine Gruppe von runden Steinhäusern. Beide Orte wirken wie aus vergangenen Zeiten, sie wurden jedoch erst im Jahr 2000 eigens als Kulisse für die einheimische Filmproduktion „Eial al-deeb / The Sons of the Wolf“ erbaut.

Das „Mystery Valley“ liegt auf der Halbinsel Ras Aberug in der Gegend um Bir Zekreet. Um hierhin zu gelangen, braucht man unbedingt einen Geländewagen. Auf dem Weg nach Dukhan biegt man an einer Abzweigung in Richtung Zekreet ab und nach etwa 30 Minuten Fahrzeit durch unebenes Gelände, erhebt sich an der Öffnung eines Talkessels ein pilzartiger Felsen mit einem runden Steinhaus obenauf. Er wirkt wie aus einer vergangenen Kultur, nicht wie ein fiktives Filmset. Weiter im Inneren des Kessels, an den Wänden der Kalksteinfelsen, befinden sich noch weitere dieser Rundhäuser, die allesamt eine eindrucksvolle Kulisse ergeben.

Am Ende des Talkessels gelangt man über ein Plateau zur zweiten Filmkulisse, der „Film City“: Wie eine Fata Morgana taucht sie plötzlich mit ihren Häusern, Türmen und Palmen in der kargen Wüstenlandschaft auf. Die Gebäude sind aufwendig aus Stein im traditionellen Stil errichtet und lassen ein Gefühl von 1001 Nacht aufkommen. Ein Verwalter der dort lebt, zeigt den Besuchern gerne das Gelände. Dabei kann man das Innere der Häuser besichtigen und hat von den Türmen der Stadt einen herrlichen Ausblick über die Umgebung.

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Msheireb Museen

Msheireb Museums besteht aus insgesamt vier historischen Themenhäusern, die als Museen im alten Zentrum von Doha nahe dem Souq Waqif auf historischem Grund unter Verwendung von Relikten der Häuser erbaut und 2017 eröffnet wurden. Die Ausstellungen in den vier Häusern wurden als interaktiver, teilweise audiovisueller Rundgang konzipiert. Sie geben einen unverstellten Einblick in die Geschichte und Kultur Katars und laden zum Dialog über dessen Vergangenheit und Zukunft ein.

Mohammed bin Jassim House:

Das Museum lädt zu einer Reise in das historische Msheireb Gebiet mit seinen engen Gassen und Häusern und dessen Entwicklung bis in die heutige Zeit ein. Interviews mit ehemaligen Bewohnern der Gegend geben dabei interessanten Einblick in das frühere Leben in diesem Viertel.

Wenn man das Mohammed bin Jassim House betritt, beginnt eine Reise in die Geschichte und das architektonische Vermächtnis von Doha-Stadt: Es wurde ursprünglich von Scheich Mohammed Bin Jassim Al Thani erbaut, dem Sohn des Gründers des modernen Staates Katar.

Die Ausstellung macht die heutige Vision des gigantischen Msheireb Downtown Doha Bauprojekts deutlich: Es ist die Schaffung einer Verbindung und einer Balance zwischen der Vergangenheit und der Zukunft unter Berücksichtigung einer nachhaltigen, an historische Erfahrungen angelehnten Bauweise. Ziel ist es, das Vermächtnis des Vergangenen zu berücksichtigen und dabei die heutigen Herausforderungen und Anforderungen für ein in die Zukunft blickendes Land und für eine moderne Stadt umzusetzen.

Company House:

Das Museum war ehemals der Hauptquartier der ersten Ölfirma in Katar und informiert über das Leben der Arbeiter und Familien, die als Pioniere der Ölindustrie das Land veränderten und damit die heutige moderne katarische Gesellschaft gründeten und aufbauten.

Bin Jelmood House:

In diesem Museum kann man sich über die Geschichte der Sklaverei in den Ländern rund um die Region des Indischen Ozeans und des arabischen Golfes informieren. Eine Zeitreise in die Vergangenheit zeigt auf, wie Sklaverei über tausende von Jahren Bestandteil des Zivilisationsprozesses war. Es beschäftigt sich in diesem Zusammenhang auch mit der Rolle des Islam. Mit dieser Ausstellung möchte Msheireb Museums einen Beitrag zur Aufklärung und zur Abschaffung der menschlichen Ausbeutung und Sklaverei leisten. Bemerkenswert ist, mit welcher Offenheit dieses nicht ganz unproblematische Kapitel der Geschichte des Landes dargestellt wird.

Radwani House:

Das Radwani House wurde ursprünglich in den 1920er Jahren erbaut und liegt in einem der ältesten Viertel Doha’s. Das wiederaufgebaute historische Haus gibt Einblick in das frühere traditionelle Leben einer katarischen Familie sowie dessen kulturelle und soziale Entwicklung und Veränderung nach der Entdeckung des Öls und mit Beginn des neuen „elektrischen Zeitalters“. Durch Fundstücke, die bei Ausgrabungen im Zentrum der Stadt gefunden wurden, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben in Doha noch vor einigen Jahrzehnten aussah.

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