Natur & Umwelt Qatars

Katar gehört zu den trockensten Ländern der Erde. – mit weniger als 80 mm/m² Regenwasser im Jahr. Es herrscht ein strenges wie heißes Wüstenklima, die Temperaturen liegen im Sommer tagsüber meist über 40°C. Weil die Halbinsel fast gänzlich vom Meerwasser des Arabischen Golfes umgeben ist, dessen Temperaturen auch in Winter kaum unter 25 Grad absinken, ist es im Sommer sehr schwül. Von Mitte November bis Mitte März sind die Temperaturen angenehm, sie sinken nachts auch schon mal unter 10 Grad ab. In den zurückliegenden Jahren hat es im Winter auch häufiger als üblich geregnet, gelegentlich kam es sogar zu massiven Überschwemmungen auch in der Stadt Doha  – weil eine Kanalisierung von Regenwasser nicht vorhanden ist.

Katar grenzt im Süden an Saudi-Arabien an – dem einzigen Land, zu dem es eine Festlandverbindung gibt. Der Staat ist in acht Gemeinden aufgeteilt. Der etwa 700 km langen Küste sind auch einige Inseln vorgelagert. Die nur 1,4 Kilometer entfernten Hawār-Inseln sind kurioserweise nicht Teil des Staatsgebietes von Katar. Nach einem Urteil des IGH in Den Haag wurden sie 2001 Bahrain zugesprochen, dessen Küste gut 19 km entfernt liegt.

Katar wächst. Während die Fläche des Landes 2008 auf noch 11.437 km² beziffert wurde, so lag sie 2015 bei 11.627 km². Der Grund: Die katarische Regierung betreibt ausgedehnte Landgewinnungsprogramme, wodurch dem Meer urbarer Boden abgerungen wird. Eine weitere Ursache für die zunehmende Landfläche sind tektonische Bewegungen der Erdplatten. Dadurch wurde die Halbinsel innerhalb der letzten 400 Jahre um etwa zwei Meter angehoben, bei gleichzeitig sinkendem Grundwasserspiegel. Die Folge: Schwindende Vegetation, und die ohnehin schon heikle Versorgung mit Trinkwasser aus wasserführenden unterirdischen Schichten (Aquifere) wird weiter erschwert. Da die Aquifere auch durch intensiver werden Landwirtschaft zusehends entleert werden, dringt auch zunehmend salziges Meerwasser ein, so dass Katar um die Qualität seines ohnehin schon geringen Grundwasservorkommens fürchtet. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, investiert der Staat seit vielen Jahren in riesige Meerwasserentsalzungsanlagen.

Qatarischer Saluki-Windhund
Qatarischer Saluki-Windhund

Die perfekt an die harsche Umwelt angepasste arabische Oryx-Antilope ist das Nationaltier von Katar. Es ist heute nicht mehr in freier Wildbahn zu bestaunen, durch staatlich geförderte Zuchtprogramme soll das Tier jedoch wieder ausgewildert werden. Durch das beduinische Erbe fühlen sich auch heute viel Kataris der Jagd eng verbunden. Die Zucht von Falken und die Falkenjagd werden traditionell gepflegt, katarische Falken erzielen Spitzenpreise. Die für den Beduinen unverzichtbaren Kamele sieht man heutzutage meist auf der beeindruckenden Rennbahn des Landes unweit von Doha. Auch wenn Hunde nicht zu den Lieblingstieren der Menschen am Golf gehören: Die wunderschönen, langbeinigen Saluki-Windhunde  werden als Ausdruck verehrter Traditionen gezüchtet und auch privat gehalten.